Kooperation von KV Berlin und LAGeSo

Die KV Berlin und das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) arbeiten zusammen, um den niedergelassenen Ärzten Berlins zeitnah infektiologische Entwicklungen in der Stadt mitteilen zu können.

Ob Masern, Influenza oder Norovirus: Wir informieren Sie per Mail und auf unserer Homepage über aktuelle infektionsmedizinische bzw. epidemiologische Auffälligkeiten, gegebenenfalls auch über Symptome und Meldepflicht.

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Ebola-Fieber – Wann besteht Ansteckungsverdacht?

Für den Verdacht auf Ebola müssen folgende 3 Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

  1. Fieber >38,5°C oder erhöhte Temperatur (37,2°bis 38,5°C) mit Begleitsymptomen wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Hämorrhagien
    UND
  2. Reiseanamnese (bis zu 3 Wochen vor Krankheitsbeginn in einem Gebiet gewesen, in den Ebola auftritt; zurzeit Sierra Leone, Guinea, Liberia und Nigerias Hauptstadt Lagos )
    UND
  3. Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines an Ebola Erkrankten oder Verstorbenen oder Kontakt mit  Fledermäusen, Flughunden, Affen oder Verzehr möglicherweise erkrankter Tiere („bushmeat“)

Wichtig: Bitte informieren Sie auch Ihr Praxisteam! Um die Gefahr einer Ansteckung mit Ebola-Fieber zu minimieren, ist es wichtig, die Aufmerksamkeit aller Praxismitarbeiter zu wecken.

Bitte weisen Sie Ihre Praxismitarbeiter an, bei Patientenanrufen gezielt nach den Beschwerden zu fragen und bei einem Verdacht auf Ebola systematisch nach den Bedingungen zu fragen:

  • Hat der Patient Fieber / erhöhte Temperatur, Durchfall oder fühlt sich schlapp?
  • War der Patient in einem Gebiet, wo das Ebola-Fieber auftritt?

Sollte sich der Verdacht auf das Ebolavirus nicht vollständig ausräumen lassen, muss unbedingt der Praxisinhaber informiert werden, der die weiteren notwendigen Schritte einleiten wird. Dies gilt natürlich nicht für Patienten, von denen von vornherein bekannt ist, dass diese nicht verreist waren.

Bei einem fiebernden Patienten mit positiver Reiseanamnese empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

A. Patient stellt sich direkt in der Praxis vor:

  • a. Bitte führen Sie den Patienten unverzüglich in ein leeres Sprechzimmer oder einen anderen geeigneten Raum ohne diesen zu berühren. Sicherheitsabstand ist ein Meter! Die Übertragung erfolgt über direkten Kontakt zu Blut und Körpersekreten (inklusive Schweiß!) von an Ebola Erkrankten. Eine aerogene Übertragung („Tröpfcheninfektion“) ist nicht bekannt.
  • b. Der Arzt prüft so schnell wie möglich ob die oben genannte Trias erfüllt ist. Siehe dazu das Fließschema "Hilfestellung zur Abklärung, ob ein begründeter Ebola-Verdachtsfall vorliegt"
  • c. Liegt ein begründeter Verdachtsfall vor, so muss unverzüglich der Amtsarzt verständigt werden. Zuständig ist der Amtsarzt des Bezirksgesundheitsamtes in dem die Praxis liegt.
  • d. Da das Ebola-Virus in Flüssigkeiten oder totem Material mehrere Tage überleben kann, sollten sofort die Türklinken der Praxistüre und der Haustüre sowie die Klingelanlage mit einem viruziden Desinfektionsmittel desinfiziert werden. Alle Personen, die die Praxis nach dem Patienten mit Ebola-Infektionsverdacht und vor der Desinfektion betreten haben, sollten namentlich registriert werden.
  • e. Das weitere Vorgehen erfolgt gemäß den Anweisungen des Amtsarztes. Ist der Amtsarzt nicht sofort zu erreichen, so ruht die Praxis, bis der Amtsarzt zurückruft und weitere Anweisungen erteilt!

B. Patient fragt telefonisch nach Termin:

  • a. Der Arzt bzw. Praxismitarbeiter prüft telefonisch, ob die oben genannte Trias erfüllt ist. Siehe dazu das Fließschema "Hilfestellung zur Abklärung, ob ein begründeter Ebola-Verdachtsfall vorliegt"
  • b. Liegt ein begründeter Verdachtsfall vor, weist der Arzt den Patienten an, an dem Ort zu bleiben an dem er sich gerade aufhält. Er erfragt die Telefonnummer unter der dieser zu erreichen ist und teilt ihm mit, dass er in Kürze einen Anruf des Gesundheitsamtes erhalten wird.
  • c. Verständigen Sie unverzüglich den Amtsarzt.

Liegt bei dem geschilderten Vorgehen kein Verdachtsfall vor, geht der normale Praxisbetrieb weiter. Der fiebernde Patient kann ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen behandelt werden.

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Masern

Masernerkrankungen sind meldepflichtig: Namentlich gemeldet werden müssen dem für den Aufenthalt des Betroffenen zuständigen Gesundheitsamt bereits der klinische Verdacht sowie die manifeste Erkrankung und Todesfälle. Seit dem 29.3.2013 muss diese Meldung spätestens innerhalb von 24 Stunden nach erlangter Kenntnis erfolgen. Es empfiehlt sich deshalb, die erforderlichen Meldeformulare in der Praxis vorrätig zu haben. Die Formulare erhalten Sie bei dem für Ihre Praxis zuständigen Gesundheitsamt.

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Änderung des Infektionsschutzgesetzes am 29.03.2013 in Kraft - Erweiterte Meldepflicht für impfpräventable Erkrankungen und Verkürzung der Meldefristen

Am 29.03.2013 trat das Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) und zur Änderung weiterer Gesetze (IGV-DGuaÄndG) in Kraft. Neben anderen Änderungen ist u. a. der Abschnitt Meldewesen im Infektionsschutzgesetz (IfSG) mit spürbaren Auswirkungen auch für die Ärzteschaft betroffen. Die wichtigsten Änderungen betreffen zum einen die Ausweitung der Meldepflicht auf vier impfpräventable Erkrankungen und zum anderen die Verkürzung der Meldefrist auf 24 Stunden u. a. für behandelnde Ärzte und untersuchende Labore. Ausführliche Informationen finden Sie hier.

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DRUCK-Studie: Drogen und chronische Infektionskrankheiten in Deutschland

Um die Verbreitung von HBV, HCV und HIV bei intravenös injizierenden Drogengebrauchern (IVD) sowie deren Verhalten, Einstellungen und Wissen zu diesen Infektionskrankheiten in Städten mit größerer Drogenszene besser kennen zu lernen und zu erfassen, hat das RKI die DRUCK-Studie (Drogen und chronische Infektionskrankheiten in Deutschland) initiiert. Die Ergebnisse sollen in gezielte Präventionsempfehlungen zum Schutz vor HIV und Hepatitiden bei IVD einfließen. Im Epidemiologischen Bulletin 33/2012 werden die Ergebnisse der Pilotstudie, die im Jahr 2011 in Berlin und Essen durchgeführt wurde, präsentiert. Inzwischen laufen die Vorbereitungen für die DRUCK-Hauptstudie, die voraussichtlich zwischen Herbst 2012 und Mitte 2014 in sechs weiteren Städten durchgeführt werden wird.

Hinweise zu Impfungen Drogenabhängiger

Hepatitis A: möglich zu Lasten der GKV als Indikationsimpfung für Personen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung (z.B. "Drogenstrich") oder Personen mit Krankheiten der Leber/mit Leberbeteiligung (z.B. Hephatitis C) (Anlage 1 SiR [Seite 9 / Punkte 1. und 2.])

Hepatitis B: möglich zu Lasten der GKV als Indikationsimpfung bei Drogenabhängigkeit oder bei Patienten mit chronischer Leberkrankheit / Krankheit mit Leberbeteiligung (z.B. Hephatitis C), HIV-Positive oder Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung (Anlage 1 SiR [Seite 12/Punkte 1., 3. und 4.])

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Aktuell

Robert Koch-Institut:
Fluss-Diagramm zur Eingrenzung eines begründeten Ebola-Verdachts
Stand: 13.11.2014
(PDF, 239 KB [1 Seite])
[s. a.: www.rki.de/ebola]

Epidem. Wochenbericht

Epidemiologischer Wochenbericht 45/2014
(PDF, 437 KB [21 Seiten])

Epidemiologischer Wochenbericht 44/2014
(PDF, 243 KB [16 Seiten])

Epidemiologischer Wochenbericht 43/2014
(PDF, 454 KB [20 Seiten])

Epidemiologischer Wochenbericht 42/2014
(PDF, 384 KB [21 Seiten])

Im Blickpunkt

Robert Koch-Institut Juli 2014:
Aktualisierter RKI-Ratgeber Pertussis
(PDF, 109 KB [7 Seiten])

Robert Koch-Institut Juni 2014:

Aktualisierter RKI-Ratgeber Kryptosporidiose
(PDF, 50 KB [4 Seiten])

Robert Koch-Institut Mai 2014:
Aktualisierter RKI-Ratgeber Masern
(PDF, 288 KB [10 Seiten])

Epi-Infos

September 2014:
Multi-country outbreak of Salmonella Enteritidis infections associated with consumption of eggs from Germany
(PDF, 220 KB [9 Seiten])

Epi-Info vom 20.01.2012:
Lyme-Borreliose
(PDF, 74 KB [8 Seiten])

Epi-Info vom 09.12.2011:
E. coli-Enteritiden
(PDF, 200 KB [10 Seiten])
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