Richtgrößen und Richtgrößenprüfung

Die Richtgröße bezeichnet den Euro-Betrag, der für Arznei- und Ver- bandmittel (inklusive Sprechstundenbedarf) sowie Heilmittelverord- nungen pro Patient und Quartal im Durchschnitt zur Verfügung steht.

Richtgröße auch für Patienten ohne Rezept

Dieser Euro-Betrag gilt auch für Patienten, die nur einmal im Quartal zu ihrem Arzt gehen und nichts verschrieben bekommen. Dadurch kann der Arzt anderen Patienten mehr verordnen, als die Richtgröße vorsieht. Entscheidend ist, ob der Arzt seine jährliche Richtgrößen-
summe einhält (Zahl der Behandlungsfälle x Richtgröße = Richtgrößenvolumen).

Originalschein, Vertreterschein - Wann wird eine Richtgröße ausgelöst

In der Regel löst die Behandlung eines Patienten auch eine Richtgrö-
ße in voller Höhe aus. Doch es gibt Ausnahmen, z.B. bei der Behand-
lung im Vertretungsfall. Bei welcher Abrechnungsscheinart eine Richtgröße ausgelöst wird, entnehmen Sie bitte der Übersicht.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen verein-
baren gemäß § 84 SGB V jährlich arztgruppenspezifische Richtgrö-
ßen für Mitglieder und Familienmitversicherte sowie für Rentner.

Richtgrößenprüfung

Die Einhaltung der Richtgrößensumme wird im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Richtgrößenprüfung jährlich kontrolliert. Die Prü-
fung erfolgt durch die von der KV Berlin und den Verbänden der Krankenkassen errichtete Prüfungsstelle. Sie bezieht sich auf die Verordnungstätigkeit des Arztes (Arznei- und Heilmittel).

Überschreitet ein Arzt die Richtgrößensumme um mehr als 15 Pro-
zent, wird sein Verordnungsverhalten geprüft. Bei einer Überschrei-
tung bis 25 Prozent erfolgt eine Beratung, darüber droht ihm ein Regress, sofern die Überschreitung nicht durch Praxisbesonder-
heiten gerechtfertigt ist.

Aktuelle Zahlen zur Richtgrößenüberschreitung und Informationen zur Vermeidung von Regressforderungen finden Sie im Budget-Bulletin.

(Quelle: KV Berlin)

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