Qualitätsprüfung

Die Prüfungsmethoden reichen von Fortbildungsnachweisen über Hygienekontrollen bis hin zur jährlichen Prüfung.

In Berlin unterliegt bereits jede zweite Untersuchungs- und Behandlungsmethode einer zusätzlichen Qualitätskontrolle und damit einer Genehmigungspflicht. Etwa 30 bis 40 Prozent der genehmigungspflichtigen Leistungen unterliegen weiteren Qualitätssicherungsmaßnahmen. Dabei wird unter anderem geprüft, ob der Arzt oder Psychotherapeut entsprechend der zugrunde liegenden Richtlinien diagnostiziert und therapiert hat. Andere Instrumente wiederum dienen der Überprüfung der fachlichen Qualifikation. Dazu zählen:

Einzelfallprüfungen durch Stichproben

Zur Überprüfung der Behandlungsqualität von medizinischen Leistungen werden Einzelfallprüfungen durch Stichproben von der KV Berlin durchgeführt. Das betrifft bundesweit die folgenden Leistungsbereiche: Arthroskopie, Computertomographie (CT), Magnetresonanz-Tomographie (MRT) und konventionelle Röntgendiagnostik. Dabei müssen jährlich mindestens 4 Prozent der Ärzte, die per Zufallsprinzip ausgewählt werden, jeweils 8 bis 12 ebenfalls zufällig ausgewählte bildliche und schriftliche Patientendokumentationen zur Überprüfung einreichen.

Neben diesen bundesweit vorgeschriebenen Stichprobenprüfungen hat die KV Berlin noch regional besondere Schwerpunkte gesetzt, indem sie auf der Grundlage eigener Kriterien zur Qualitätsbeurteilung anhand der vorgelegten Patientendokumentationen überprüft. Das betrifft die Leistungsbereiche ambulantes Operieren, Herzschrittmacherkontrolle, Magnetresonanz-Angiographie (MRA), Langzeit-EKG und substitutionsgestützte Behandlung Opiatabhängiger.

Regelmäßige Prüfungen

Regelmäßige Prüfungen finden zum Beispiel bei den Leistungsbereichen Sonographie der Säuglingshüfte, Vakuumbiopsie der Brust und kurative Mammographie statt. Im Rahmen dieser regelmäßigen Dokumentationsprüfungen werden alle zur Durchführung und Abrechnung der Leistungen berechtigten Ärzte dahingehend überprüft, ob sie die bundesweit einheitlich vorgegebenen Qualitätsstandards einhalten.

Mindestzahl an Untersuchungen bzw. Behandlungen

Bei anderen Leistungen wiederum ist vorgeschrieben, dass die Ärzte jährlich eine bestimmte Mindestzahl von Untersuchungen bzw. Behandlungen erbringen. So müssen Ärzte, die Leistungen im Rahmen der invasiven Kardiologie erbringen und abrechnen möchten, jedes Jahr mindestens 150 diagnostische und mindestens 50 therapeutische Katheterisierungen durchführen.

Hygienekontrollen/Praxisbegehungen

Regelmäßige Hygienekontrollen finden zum Beispiel in Praxen statt, in denen Koloskopien durchgeführt werden. Die Überprüfung der Hygiene erfolgt hier unangemeldet zweimal im Jahr durch ein von der KV beauftragtes anerkanntes Hygieneinstitut.

Die Überprüfung umfasst die hygienisch-mikrobiologische Kontrolle von einem Koloskop mittels Durchspülung von Endoskopkanälen (zum Beispiel Instrumentierkanal und L/W-Kanal), Abstrichen von Endoskopstellen (zum Beispiel Kanaleingänge am Distalende) sowie die während der Koloskopie verwendeten Lösungen der Optikspülsysteme.

Nachweis von Fortbildungsmaßnahmen

Seit dem 1.4.2004 besteht für alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden (auch ermächtigte und angestellte) Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten die gesetzliche Verpflichtung zum Nachweis einer kontinuierlichen Fortbildung gemäß § 95d SGB V. Der Erhalt eines entsprechenden Fortbildungszertifikats von der Landesärztekammer muss alle 5 Jahre gegenüber der zuständigen KV durch die Vertragsärzte und -psychotherapeuten nachgewiesen werden.

Darüber hinaus schreiben viele der bundeseinheitlichen und regionalen Verträge bzw. Vereinbarungen, z.B. Schmerztherapie-Vereinbarung, Fortbildungen vor. Auch hier wird die Einhaltung der Fortbildungspflicht von der KV überprüft.

Diese Maßnahmen gelten nur für den vertragsärztlichen, nicht für den privatärztlichen Bereich. Erfüllt ein Arzt die vorgeschriebenen Qualitätsstandards nicht oder weigert er sich, an der Überprüfung teilzunehmen, kann die KV Sanktionen erlassen. Diese reichen von einer erneuten Prüfung über die Teilnahme an einem Kolloquium und Honorarrückzahlungen bis hin zum Entzug der Abrechnungsgenehmigung für diese Leistung. Dann darf der Arzt diese Untersuchungs- oder Behandlungsmethode für Kassenpatienten nicht mehr erbringen.

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